Bestand! Ein Wort mit vielen Bedeutungen. Was ich hier meine, ist aber nicht das Vorhandensein von Gegenständen, Geld, Wissen, oder das Bestehen einer Prüfung. Ich meine das Beständige, das Dauerhafte, das Bewährte und auch die Bestimmung.
Ich hab das schon oft erlebt. Man ist wirklich verliebt und meint jemanden gefunden zu haben, mit dem man sein Leben verbringen möchte. Auch wenn es mit mitte zwanzig wohl reichlich früh ist, sich darauf festzulegen, ist der Wunsch schon einige Male da gewesen. Wie oft habe ich schon Geschichten von alten Ehepaaren gehört, die mit zwanzig geheiratet haben und seit dem, abgesehen von einigen Tiefs, die wohl jede Beziehung mit sich bringt, glücklich verheiratet sind. Was ist heutzutage bloß los? Manchmal hab ich das Gefühl, dass es solch romantische Geschichten nicht mehr gibt. Hat sich die Zeit verändert? Blöde Frage, gerade die Zeit wird nie etwas Beständiges sein. Die Menschen? Die Umwelt? Die Gesellschaft? Alles ist schnelllebiger geworden. Und auch ich, als junger Spunt, habe das Gefühl das die Zeit immer schneller vergeht. Leider weiß man das Hier und Jetzt meist garnicht richtig zu schätzen. Viel zu oft leben wir in der Vergangenheit. Wie oft hört man den Satz „Das waren noch Zeiten!“. Erst gestern habe ich mich selber dabei ertappt ihn gesagt zu haben. Aber was war damals anders? War es besser, weil wir noch in die Schule gingen und nicht studierten? War es besser, weil wir jünger waren und unbekümmerter durch’s Leben gegangen sind? Ich bin der Meinung, es war garnicht besser. Zumindest nicht aus der damaligen Sicht. Aus der heutigen schon! Weil man sich immer gern an schöne Momente erinnert und die Schlechten nur zu gern vergisst. Wenn sich alles verändert und alles „schlechter“ wird, schließlich ist es ja anscheinend nicht mehr so schön wie früher, frage ich mich, was hat heute noch Bestand?
Zum einundzwanzigsten Geburtstag meines besten Freundes hab ich ihm eine Karte geschenkt, auf der Stand, dass es mich nicht wundern würde, wenn er seine Freundin eines Tages zum Altar führen würde! Sie waren damals schon einige Zeit zusammen und ein sehr glückliches Paar. Sie verbrachten jede freie Minute miteinander. Damals fühlte ich mich vernachlässigt, heute weiß ich, dass man als bester Freund nicht zurückgestellt wird. Ich würde nicht anders handeln. Ich war bei den Beiden wirklich davon überzeugt, dass sie sich gesucht und gefunden haben. Ein Paar für’s Leben.
Letzte Woche bekam ich einen Anruf. Mein bester Freund und seine Freundin haben sich getrennt. Zumindest ist das der Stand der Dinge. Nach über sieben Jahren Beziehung einfach aus. Aus und vorbei. Er tut mir wirklich leid. Was hat man in sieben gemeinsamen Jahren alles erlebt? Ich frage mich, wie kann man nach solch einer Erfahrung wieder eine ernsthafte Beziehung eingehen, wenn nichts Bestand hat? Wie lange geht das gut? Vielleicht ein paar Jahre. Und wird es jemals wieder so wie früher?
Nichts hat Bestand, das Leben nicht, die Liebe nicht, die Freunde nicht, nichts. Eine echt traurige Vorstellung!
Aber was macht das Leben lebenswert? Sind es nicht gerade diese nichtbeständigen Dinge? Schon komisch! Und trotzdem geht’s uns noch viel zu gut – auch wenn es uns schlecht geht. Sagte ich nicht, wir sollen im Hier und Jetzt leben? Das sollen wir! Auch wenn unser Leben Teil des Nichtbeständigen ist, und unser Leben aus nichtbeständigen Abschnitten besteht, ist es nicht viel zu schade, sich aus Angst, verletzt zu werden, oder selbst jemanden zu verletzen, seine Freunde zu enttäuschen, oder keine zu haben, sich der schönen Dinge des Lebens zu verschließen. Man sagt, Zeit heilt alle Wunden. Das kann zwar manchmal ziemlich lange dauern, aber sie tut es. Mein Apell: Lebt, Liebt und genießt es! Ich versuche es auch.
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[...] Wer wünscht sich nicht, diese Antwort mal mit Sicherheit geben zu können? … mit Sicherheit… [...]
Pingback von Der Mond hat sein Licht angeschaltet « funky funny happy hippo - Stans View — März 28, 2007 @ 1:02
Die einzige Beständigkeit ist die Veränderung.
-sic transit gloria mundi-
lg Meyer
Kommentar von V.Meyer — April 16, 2007 @ 8:35
Nun, ich lebe seit fast 12 Jahren in einer Beziehung, was ich sagen, dass diese allesaußer beständig ist, aber sie an sich ist es! Das ist mein Halt. Ich habe meine Familie, meine Freunde und Berlin verlasssen. Ich hätte es wohlö eher nicht getan, wenn meine Liebe, mein wunderbarer Mann nicht an meiner Seite wäre. Jedoch habe ich erfahren, dass jeder seine Beständigkeit in ganz unterschiedlichen Dingen hat! Und wenn es ein Frühstück ist, wovon er/sie sich niemals abbringen lassen würde oder der Gang in die Kirchen, musizieren oder sonst irgendwas, etwas eben an das man sich halten kann, was man schätzt. Wenn mann das hat, kann alles andere um ein herumwuseln so viel es will!
lg Aylin
Kommentar von Aylin — Mai 7, 2007 @ 10:21